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Tag 35-38, Priština-Subotica-Berlin

October 14, 2013

tag_35Tag 35, 4.9, Priština-Subotica

Die fünfte Woche war angebrochen und ich hoffte, die doch große Distanz von mehr als 500 Kilometern nach Subotica an einem Tag zu schaffen.

Subotica war mein einziger geplanter Stopp in Serbien, weil ich die Wartezeiten satt hatte und sie mich auch etwas zermürbt hatten. Außerdem war ich 2007 schon einmal in Subotica und wollte einfach einmal zurückkehren.

Um 9 Uhr startete ich in Priština und bekam, nachdem ich lange durch die Stadt lief, sehr schnell eine Fahrt zur Grenze. Dort sprach einen Fahrer an – er sprach Französisch – und er sagte mir, er würde die Autobahn benutzend nach Krusevac fahren und mich dort dann rauslassen. Leider fuhr sein Kollege, der anscheinend keine Lust hatte, die Autobahn zu nutzen. Also musste ich 90 Minuten in Krusevac ausharren.

Als die Kosovaren die Grenze nach Serbien passierten, tauschten sie (gezwungenermaßen?) ihr Nummernschild gegen ein provisorisches serbisches aus.

In Krusevac wurde ich von einem älteren Paar, dass direkt neben meiner Trampstelle wohnte, zum Kaffee eingeladen und der Mann erzählte mir von der schlechten Arbeitsmarktsituation und den deutschen Autos und LKWs mit denen er manchmal handelt.

Als ich dann endlich wieder auf einer Autobahnraststätte war, fuhr ich das erste Mal während meiner Reise mit einem LKW mit. Er ließ mich hinter Belgrad aussteigen. Als es schon dunkel war, hielt ich ein Auto an, dessen Fahrer nach Novi Sad unterwegs war. Er war Polizist und erzählt merkwürdige Dinge und hatte für die Albaner nur Hass übrig. Beispielsweise erzählte er, dass er es hasse, dass die albanischen Frauen verschleiert seien und die besten Muslime eh in Saudi-Arabien lebten…Ah ja. Er schlafe zwei bis drei Stunden während der Arbeitszeit. Dennoch möchte ich ihn nicht als komplett schlechten Menschen hinstellen, immerhin nahm er mich als Tramper mit.

An der Tankstelle, an der ich dann ausstieg, rannte ich zu einem Fahrer, der gerade dabei war loszufahren. Er fuhr nach Subotica und sagte zwar zuerst, dass er keinen Platz habe, aber ich konnte ihn überzeugen, dass ich mich auch ein bisschen zwängen kann.

In Subotica musste ich dann zu meinem Gastgeber E. laufen. Es war dieselbe Route, die ich sechs Jahre zuvor in die Stadt gegangen war, was ein schönes Gefühl war. E. und seine Freunde hießen mich mit einem leckeren Essen willkommen, was nach der langen Strecke gut tat.

Priština (C) – Subotica (B), 516km, 11h, 7 Autos

Tag 36, 5.9, Subotica

Ich lief einfach nur durch die Stadt, kaufte noch einige Souvenirs und aß etwas bei McDonald’s. Abends tranken E., der Deutsch lernt und in seiner Freizeit Fallschirm springt, und ich noch ein paar entspannte Bier in der Stadt.

Tag 37-38, Subotica-Berlin

Zur serbisch-ungarischen Grenze kam ich recht schnell. Dort fragte ich einen Norweger, der das Gepäck des norwegischen Biathlon-Teams von Bulgarien nach Norwegen zurückfuhr. Er brachte mich bis nach Bratislava. Bis dahin verlief alles reibungslos und es schien, als ob ich die 1000 Kilometer nach Berlin wirklich schnell hinter mich bringen könnte, dann als nächstes hielt ein Paar, das nach Brno fuhr. Aber ich hatte mich zu früh gefreut. Denn das Paar setzte mich an einer sehr bescheiden gelegenen Raststätte ab, von wo niemand weiter Richtung Prag fuhr. Ich wartete und fragte für Stunden, bis ich dann wieder auf das Laufen zurückgreifen musste.

Es kam aber noch besser. Ich wurde dann noch erinnert, dass ich wieder in der EU bin, in der man als Individuum anscheinend für dumm gehalten wird. Ist es der Polizei im Balkan egal, ob man auf der Autobahn läuft, hielt die Polizei an und verbannte mich hinter die Leitplanke, wo es aber durch Brücken und Abhänge noch (allerdings nur für mich und nicht für Blechschäden oder kaputte Windschutzscheiben der Autos) gefährlicher war, entlang zu laufen.
Als ich dann aber die fünf Kilometer zur nächsten Tankstelle bewältigt hatte, konnte ich mich wenigstens glücklich schätzen, dass der einzige anwesende Reisende nach Prag fuhr und mich auch noch mitnahm.

Allerdings ließ er mich an einer nicht ganz optimalen Tankstelle raus, aber weder ich noch er hatten eine Ahnung, wo eine gute Stelle sei. Nach vielleicht zwei Stunden brachte mich dann aber ein freundlicher Tscheche zur richtigen Tankstelle an der Autobahn nach Deutschland. Dort war ich dann um 3.30 Uhr.

Um fünf Uhr morgen nahm mich ein Niederländer mit, aber wie sollte es auch anders sein, wieder entschied ich mich für die falsche Raststätte (Dresdener Tor).

Um es kurz zu machen, ich rannte mehrere Male quer über die Autobahn, fuhr mit einem Polen zu einer anderen Raststätte, von wo aus mich ein Sachse allerdings wieder zum Dresdener Tor fuhr. Die einzigen, die nach Berlin fuhren, hatten keine Lust mich mitzunehmen….es war wie verhext.

Irgenwann hatte ich dann genug und fragte die Leute dann, ob sie – zusätzlich zu Berlin – ins Zentrum nach Dresden fahren, um dem elenden Albtraum ein Ende zu bereiten. So geschah es dann auch und kaufte in Dresden ein Busticket nach Berlin, weil ich keine Sekunde länger mehr warten wollte.

Deshalb habe ich es eigentlich nur geschafft von Deutschland in den Balkan und zurück zu trampen, aber nicht von und nach Berlin. Ob das jetzt Versagen ist, darf jeder selbst entscheiden :D

Subotica – Berlin, 1050km, 32h, 8 Autos und ein Bus

Vielen Dank für’s Lesen, es ich hoffe, es war interessant

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