Skip to content

Tag 27-30, Velika-Rankovce (FYROM)

October 13, 2013

tag_27-28  Tag 27, 27.8, Velika-Bahnhof Rapsani

Ich stand vor sieben Uhr auf, weil bis ich es bis nach Mazedonien an einem Tag schaffen wollte. Aber, oh Wunder, es hat nicht geklappt. Ich wartet immer extrem lange, um dann immer ein paar Kilometer mitgenommen zu werden. Ich war recht frustriert und um 14 Uhr bin ich nur 36km weit gekommen – in 6 Stunden.

Die letzten Fahrer brachten mich in die Nähe des Bahnhofs Rapsani, wo ich an dessen Parkplatz wartete.
Weil ich so lange am Bahnhof ohne Erfolg stand, kam abends eine ältere Frau vorbei und brachte mir etwas Brot, Obst und Gemüse. Das hat mich sehr berührt.

Bis 23.30 Uhr versuchte ich mein Glück, dann legte ich mich auf einer Bank im Bahnhofshaus schlafen.

Velika (D) – train station Rapsani (E), 36km, 14h, 3 Autos

Tag 28, 28.8, Bahnhof-Rankovce

Ich musste um 5.50 Uhr aufstehen, weil die erste Bahn 20 Minuten später ankam. Ich bemerkte, da die Bank nicht wirklich einen gemütlichen Schlafplatz abgab, dass sich ein anderer Schlafbedürftiger auf die zweite Bank gelegt hatte.
Jedenfalls begann ich dann wieder mit dem Versuch, Autos anzuhalten. Um acht gab ich dann aber auf und lief die Straße entlang….hätte mir doch bloß jemand der Anwohner gesagt, dass nur einen Kilometer weiter eine Mautstation steht… Auf dem Weg dorthin fand ich 1,25€ auf der Straße – wieso auch immer die Griechen das Geld zu Fenster rausschmeißen. Wie auch immer, nachdem ich hinter der Mautstation meinen Rucksack abgelegt hatte und den Daumen raushielt, stoppte das erste Auto. Bill fuhr nach Thessaloniki, wo er einen Job als Sozialarbeiter hatte. Bei einem Fahrradunfall hat er sein linkes Bein verloren.

Dann war ich zumindest schon einmal auf der Autobahn, die nach Skopje führte. Aber ich musste wieder geschlagene sieben Stunden warten.
Einmal, nach etwa fünf Stunden, dachte ich, ich käme weiter: ein Auto mit deutschem Nummernschild hielt an und natürlich ging ich hin. Sie fragten, ob dies der Weg zur Grenze sei, was ich bestätigte. Ich sagt, ich hole nur kurz meine Sachen, die ein bisschen abseits der Straße lagen. Als ich mich dann jedoch umgedreht hatte, fuhren sie gerade weiter. Meine Güte war ich wütend, ich rannte und warf ihnen nette Bezeichnungen hinterher – irgendwann gehen einem halt mal die Pferde durch, wenn man so lange keinen Erfolg hat.

Es kam noch besser. Später zog ein gewaltiges Unwetter auf, sodass ich komplett durchnässt wurde und ich mich auf den Boden kauerte, weil die Blitze in der Nähe einschlugen.

Als meine Sachen dann wieder getrocknet waren, hielten zwei Franzosen. Sie waren auf dem Weg nach Belgrad, aber wir hielten abends in Skopje für ein paar Stunden, um etwas zu essen. An der griechisch-mazedonischen Grenze musste dann 20€ Bestechungsgeld fließen, da die Grüne Karte des Autos der Franzosen nur eine Kopie war. Also erzählte der Grenzbeamte, man könne das ganze auf dem offiziellen Weg regeln, das koste dann 500€ (eigentlich wäre wahrscheinlich ja nur die Einreise verweigert worden), aber mit 20€ würde er ein Auge zudrücken.

Um 23 Uhr ließen sie mich in Kumanovo 60km von Rankovce weg raus. Es wird immer geschrieben, nachts oder im Dunkeln wäre es gefährlich zu trampen und es auch nur wenige Autos fahren. Ich habe aber oft andere Erfahrungen gemacht. Nach 15 Minuten hielt dann eine ältere Frau, die alleine in ihrem Auto saß.

Leider sprach sie kein Englisch und ich glaube, sie war ein bisschen misstrauisch. Dennoch konnte ich sie mit meinen reduzierten serbisch/bosnisch/kroatisch Sprachkenntnissen, dass ich ihr kein Leid antun wollte, sondern einfach nur nach Rankovce wollte. Trotzdem rief sie die Polizei.
Deshalb, als ich in Rankovce ankam und anfing eine Tafel Schokolade zu essen, kam die Polizei. Leider sprach keiner der beiden Polizisten Englisch.
Ich hatte keine Ahnung, was sie von mir wollten. Also versuchte ich ihnen einfach zu erklären, dass eine Freundin (meine Couchsurfing Gastgeberin) I. in Rankovce lebt und mich in ein paar Minuten abholen würde. Schließlich begriff ich, dass der Polizist mir, für den Fall, dass I. doch nicht aufkreuzen würde, den Weg zu einem Hotel beschreiben wollte; er wollte mir also einfach nur helfen.

Ich konnte I. wirklich nicht erreichen, weil ich die falsche Nummer hatte und natürlich wollte ich nicht in einem Hotel schlafen, also lief ich einfach die Straße entlang, bis ich in einen orthogonal abgehenden Pfad in die Felder einbog und nach 15 Minuten Laufen dann mein Zelt aufstellte.

Bahnhof (E) – Rankovce (F), 391km, 15h, 3 Autos

Tag 29, 29.8, Rankovce

Morgens ging ich dann wieder ins Dorf, um mich mit I. zu treffen und zu frühstücken. Dann zeigte sie mir ihr kleines Dorf, wo es auch eine Fabrik gibt, die Jeans für Deutschland produziert.

Später fuhren wir mit dem Bus nach Kriva Palanka, nahe der bulgarischen Grenze. Wagt es niemals, ein Fenster in Mazedonien zu öffnen….der Wind könnte euch das Genick brechen!
In Palanka wanderten wir zum Joakim Osogovski Kloster. Weil an dem Tag ein orthodoxer Feiertag war, feierten viele Menschen dort oben.

Beim Weg zurück folgten uns einige Roma-Kinder. Ich dachte I. kennt sie, also ging ich auf deren Spielchen ein. Nur I. kannte sie gar nicht und anscheinend haben sie uns ganz schön beleidigt.
Später aßen wir dann noch leckeres Eis und ich kaufte noch etwas ein – wie zB LinoNada, was die Balkanversion aus Kroatien von Nutella ist.
Zurück nach Rankovce nahmen wir nicht den Bus, weil ich I. davon überzeugte, es per Anhalter zu versuchen, wofür ich dann im Nachhinein ein schlechtes Gewissen hatte. Denn die Typen, die uns mitnahmen, waren totale Idioten. Ständig fragten sie I. nach ihrer Nummer. Halbwegs erfolgreich konnte sie irgendwann vermitteln, dass sie keine mazedonische Nummer hätte. Nur dann rief ihre Freundin sie an…

Abends machten wir mexikanische Burritos und gingen mit einigen Freunden in ein leeres Fischrestaurant um Cognac zu trinken. Zurück nach Rankvoce gelangten wir zufälligerweise wieder per Anhalter, obwohl das Auto für sechs Personen sehr eng war.

Tag 30, 30.8, Rankovce

Es war ein entspannter Tag, wie diejenigen in Andrijevica. Wir aßen Frühstück, liefen nochmal ein bisschen durch’s Dorf und zu einem Fluss. Nachmittags las ich und abends machte ich dann ein paar Eierkuchen. Später kam noch I.s Freund, der in Bitola “stationiert” war, hinzu und gemeinsam tranken wir einige Bier in einer eine Tür weiter gelegenen Kneipe.

< vorheriger # Tag 25-26, Larisa, Velika (Griechenland)
nächster # Tag 31-34, Rankovce-Priština (Kosovo) >

< vorheriger # Tag 25-26, Larisa, Velika (Griechenland)
nächster # Tag 31-34, Rankovce-Priština (Kosovo) >

Leave a Comment

Leave a Reply

Fill in your details below or click an icon to log in:

WordPress.com Logo

You are commenting using your WordPress.com account. Log Out /  Change )

Google photo

You are commenting using your Google account. Log Out /  Change )

Twitter picture

You are commenting using your Twitter account. Log Out /  Change )

Facebook photo

You are commenting using your Facebook account. Log Out /  Change )

Connecting to %s

%d bloggers like this: