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Tag 24, Vlorë-Ksamil/Butrint

October 12, 2013

tag_24  Tag 24, 24.8, Vlorë-Ksamil, nahe dem Schloss Ali Paschas

Mein Plan war, von Vlorë direkt nach Griechenland zu gelangen. Aber wie das beim Reisen per Anhalter nun mal so ist, passen zeitlich definierte Pläne und Trampen oft nicht zusammen.

Zuerst hielt ein freundlicher Albaner mit einem Abschleppwagen. Und auf dem Weg nach Süden hielt er mehrere Male an, traf sich mit Freunden, wir tranken Kaffee…..und Bier. Um 10Uhr morgens.
Ich musste auch eines mittrinken, er allerdings trank fünf und fuhr danach ganz normal weiter, als ob es Wasser gewesen wäre.

Nachdem er mich abgesetzt hatte, nahm mich ein Russisch-Albanisches Pärchen mit, die zu einer Party in Dhërmi unterwegs waren. Das nächsten, die für mich anhielten, fuhren einen albanientypischen neuen Mercesdes. Die beiden lebten in Großbritannien, hatten aber beide eine schwierige Zeit hinter sich. Beide emigrierten mit falschen Pässen und lebten vorher in Griechenland. Sie fuhren mich nach Sarandë.
Dort besah ich mir die Fährenpreise nach Korfu und ob es möglich wäre, dorthin zu trampen – es war nicht möglich zu trampen und der Preis von 25EUR pro Fahrt war mit zu teuer.

Also fuhr ich mit dem Trampen fort. Aber um aus Sarandë herauszukommen war das erste Mal in Albanien, dass ich länger warten musste. Es waren ungefähr anderthalb Stunden. Aber dann hielten drei junge Mädels; ich weiß nicht, ob sie überhaupt hätte fahren dürfen, naja in Albanien interessiert es anscheinend nicht……  Sie ließen mich hinter Ksamil raus.

Es war 17 Uhr und ich entschied, nicht weiter zu trampen, aber die Nacht an diesem Ort zu verbringen, da er übernacht- und zeltbar aussah. Es war ein altes und verlassenes Militärgelände in der Nähe des Schlosses von Ali Pascha, wo ich mein Zelt auspackte. Es sollte die spannenste Nacht meiner Urlaube seit 2011 werden.

Zwei Angler waren schon da. Sie hatten keinen Erfolg und aßen daher mitgebrachtes Brot und andere Sachen. Als ich ihnen erzählte, ich plane dort zu übernachten, lachte der eine (er konnte ein bisschen Deutsch) und sagte, ich solle auf Kokainschmuggler aufpassen.

Ich stutzte und fragte, ob er mich auf den Arm nehmen wolle. Er erwiderte, es sei bloß ein Scherz, holte ein Päckchen mit weißem Pulver aus der Tasche und fragte mich, ob ich auch ein wenig Kokain wolle!?!?!?!
Ich probierte natürlich nicht und ging nicht davon aus, dass er sich da gerade Mehl in die Nase gezogen hatte.

Etwas verwirrt verließ ich die beiden, blieb aber trotzdem an dem Ort, weil es dann schon spät war, aß etwas zum Abendbrot und legte mich in meinen Schlafsack.
Da ich am mich auf dem Dach eines Gebäudeteiles befand, welches teilweise von Bäumen umgeben war, fühlte ich mich, weil auf den ersten Blick nicht sichtbar, nicht unsicher.

Das Problem waren eher die Mücken. Wenn ich “unsichtbar” bleiben wollte, konnte ich mein Zelt nicht ganz aufstellen und sie stachen mich ohne Gnade. In meinem Schlafsack konnte ich mich nicht zurückziehen, weil es sehr heiß war. Zwangsläufig entschied ich mich für die “Unsichtbarkeit” und das Ende als der Mücken Abendessen.

Ich hörte ein wenig Musik (mit Kopfhörern), als um ca. 21 Uhr ein Transporter den Weg hinaufgetuckert kam. Fünf Minuten später hörte ich ein Boot näher kommen. Leute unterhielten sich, Boxen wurden umgeladen. Ich hielt meinen Atem an und die Mücken ihren Stachel unter meine Haut.

Zugegeben, hatte ich etwas Schiss und hoffte, diese Leute würden sich nicht näher umsehen. Sie taten es nicht und mich rief Gott sei dank auch niemand auf meinem Handy an, was mich dann verraten hätte.
Nach vielleicht 25 Minuten fuhren der Transporter und das Boot dann wieder ab. Ich habe keine Ahnung, was passiert wäre, wenn ich entdeckt worden wäre. Ich nehme einfach mal an, es wäre darauf angekommen, was sie geschmuggelt – das war meiner Meinung nach offensichtlich – hatten.

Später kamen dann weitere Autos, aber davon nahm ich nur noch wenig Notiz, da ich ja meinen “Unsichtbarkeitstest” bestanden hatte. Ich wollte einfach nur in meinem verschwitzten Schlafsack unter dem klaren Himmel schlafen.

Vlorë – Ksamil, 141km, 7h (inkl. langer Aufenthalte mit dem ersten Fahrer), 4 Autos

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From → Albanien

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