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Tag 11-18, Komovi (Andrijevica)

October 9, 2013

tag_11-18  Tag 11, 11.8, Sarajevo-Durmitor-Andrijevica

Es ist, gemessen an den bisher pro Tag im Balkan zurückgelegten Entfernungen, ein weiter Weg nach Andrijevica, deshalb stand ich früh auf und lief zum Flughafen, um von dort loszutrampen. Nach 20 Minuten hielt ein Mann, der bis nach Podgorica (Hautpstadt von Montenegro). Also änderte ich meine ursprünglich überlegte Route und entschied, durch die Durmitorregion zu fahren.
Es war die richtige Entscheidung, denn die Landschaft war einfach nur atemberaubend, sogar obwohl der Magen meines Fahrers eine kurze “Pause” in den herrlichen Bergen einlegen musste.

Sowieso hatte ich an diesem Tag Glück. Franzosen und Italiener und ein montenegrinisches Paar nahmen mich mit und die Wartezeit war bis auf einmal fast nicht existent.

In Andrijevica wartete ich auf meine Couchsurfing Gastgeberin A., aber sie war beschäftigt, sodass ich vor dem Hotel Komovi wartete. Es wurde später und später und irgendwann kamen die Kinder und Jugendlichen von Andrijevica und versammelten sich um mich herum. Leider konnten sie kaum Englisch sprechen und der einzige, der des Englischen etwas mächtig war, erzählte meistens nur irgendeinen Quatsch. Ein Junge, der elf Jahre alt war, erzählte mir, dass er schon etwas Bier und Rakija (Schnaps) getrunken hätte – ich kann nicht sagen, ob er die Wahrheit sagte, aber später hörte ich an anderer Stelle, dass die Kinder durchaus schon früh anfangen, Alkohol zu trinken.

Als die Nacht fortschritt in Richtung Mitternacht, waren schon die meisten der Kinder wieder gegangen, aber die verbleibenden hörten nicht auf zu fragen, wo ich denn nun übernachten würde, da A. mich ja offensichtlich vergessen hätte.
Um Mitternacht gab ich dann auf und sie gingen mit mir zu einem Platz, wo ich mein Zelt hätte aufschlagen können. Glücklicherweise trafen wir auf dem Weg A., die mich gerade abholen wollte. Wir kauften Ćevapčići und warteten auf ihren Bruder Branko, der noch Party machte und gegen 3 Uhr zurückkehrte.

Mit kaum noch Benzin im Tank fuhren wir dann hoch zu ihren Hütten in den Bergen. Und als die Hälfte des Weges zurückgelegt war, stotterte der Motor und das Benzin war alle. Also schoben und rollten wir wieder herunter nach Andrijevica.
Schließlich fuhren wir dann mit einem anderen Auto wieder hoch und fanden zu 4.30 Uhr dann Schlaf.

Sarajevo – Andrijevica, 316km, 10h, 7 Autos

Tag 12 till day 18

In dem Hüttendorf im Gebirge ließ ich alle viere grade sein und machte mal Urlaub. Ich las viel, wanderte bzw. rannte einen Tag auf den Vasojevivički (von 1700m auf 2461m) in 90 Minuten, obwohl die Schilder drei Stunden als Zeit vorgaben. Trotzdem war es nicht zu einfach und leider hatte ich auch keinen weiten Blick, dennoch war er weit genug, um andere Bergketten zu sehen und die Sonne schien. Als ich wieder abstieg, machte ich noch einen Abstecher und fand eine schöne Steinformation, auf der ich, um ein paar gute Fotos zu bekommen, viel herumkraxelte.
Den anschließenden Tag nahm ich mir ein Fahrrad und fuhr runter nach Andrijevica (von 1700m zu 700m, ~25km), was ungefähr eine Stunde dauerte. Ich kaufte ein paar Zigaretten, Schokolade und nutze das Internet. Der Weg wieder hoch war sehr anstrengend, aber eine super Herausforderung. Zudem schaffte ich es in noch nicht einmal zwei Stunden; ich musste aber eine Tafel Schokolade essen und am Nachmittag konnte ich kaum noch meine Beine spüren.

Die anderen Tage las ich meistens draußen, nachdem ich gefrühstückt hatte. Ab Mittag begann ich dann im Restaurant bis zum Schluss mitzuhelfen. Danach quatschten wir noch ein bisschen, kochten etwas für uns und ließen die Beine ein bisschen baumeln.
Das Essen wurde von A.s Mama zubereitet, die wirklich eine hervorragende Köchin ist und die montenegrinischen Spezialitäten, wie Kačamak, einem Kartoffelgericht, schmeckten sehr gut.

Einen Abend zogen wir durch einige Bars in Andrijevica und Berane mit zwei von A.s Freundinnen, Branko und ihrem Cousin Marko. In der letzten Bar wurde Livemusik gespielt. Drei Sängerinnen sangen traditionelle montenegrinische Lieder, aber es war sehr laut und viele ältere Leute waren anwesend. Zum Glück war ich in guter Gesellschaft.
Am frühen Morgen, bevor wir nach Hause fuhren, hielten wir noch in einer Bäckerei an und kamen dann gegen vier Uhr ins Bett.

Es war eine entspannende Zeit, das Wetter war meist warm und sonnig, die Bergluft herrlich klar und in dieser schönen Landschaft zu lesen war nicht schlecht.

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