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Tag 7-8, Paklenica

October 8, 2013

tag_7-8  Tag 7, 7.8, Ćela-Paklenica

Weil es der letzte Tag des Ramadan war, wohnte mir die muslimische Familie bei Frühstück nicht essend bei.

Die Tocher (Selma) war während des Krieges von 1992 bis 1999 in Deutschland in Offenbach, wurde dann aber abgeschoben. Wie viele andere junge Leute auf dem Balkan, hat sie keinen Job und somit auch nichts, was sie tagsüber machen kann. Meistens spielt sie mit ihrem Sohn und hilft ab und zu ihrer Oma im Garten oder Haushalt. Für sie ist “Deutschland der bester Ort der Welt”. Sie sagten mir, sie seien froh, einem Deutschen helfen zu können, nachdem die Deutschen ihnen so viel geholfen haben.
Obwohl der Krieg schon seit vielen Jahren vorbei ist, sind die Feindseligkeiten zwischen Orthodoxen (bosnischen Serben) und Muslimen immernoch zu hören/spüren. So erzählte mir Selmas Schwester zum Beispiel eine Geschichte über eine Muslima, die von einem Auto angefahren wurde. Die Fahrerin war Serbin und immer, wenn die Schwester das Wort “Serbin”  aussprach, senkte sie verschwörerisch ihre Stimme.

Nach ihrem Einkauf organisierten sie mir dann noch ein Auto nach Prijedor von wo aus ich weiter nach Banja Luka kam. Das is eine der größten Städte Bosnien und eine bekannte Universitätsstadt. Ich tangierte sie allerdings nur und nahm nicht die Schnellstraße nach Doboj, sondern fuhr mit dem Slowenen Dragan, der 1m³ Wasserbehälter auslieferte, über die Dörfe.

Als ich dann wieder wartete, kam die Polizei vorbeigefahren. Ich hatte schon verrückte Sachen über die bosnische Polizei gehört und versteckte meine EUR-Noten (35€). Aber die Polizisten waren mir freundlich gesinnt, fragten noch nicht einmal nach meinem Pass sondern wollten nur wissen wo ich herkomme, ob alles OK wäre oder ich Probleme hätte – die ich abgesehen von 37°C Außentemperatur und Sonne nicht hatte.

Auf dem Weg von Doboj nach Paklenica, das ein Dorf am Bosna-Fluss ist, sah ich dann die “Achtung Mine”-Schilder.
Es kann gesagt werden, dass die Bosna die serbischen und muslimischen Dörfer trennt. Und dieses Mal war ich auf der serbischen Seite.
Mit einem jungen Deutschen (Stefan) und seinem Kumpel Duško bauten wir das Zelt in der Nähe des “Adolfbunker” am Flussbett der Bosna auf, wo ich mich dann auch wusch.

Am Abend trafen wir uns wieder und ihr Kumpel Slaven war auch mit von der Partie. Zusammen entfachten wir ein Feuer und grillten Mais, tranken Bier und schwätzten unter dem sternenklaren bosnischen Himmel.

Ćela – Paklenica, 168km, 8h, 6 Autos

Tag 8, 8.8, Paklenica

Weil es wirklich Spaß machte mit den drei Jungs abzuhängen, entschied ich mich noch einen Tag in Paklenica zu bleiben. So fuhren Duško, Slaven und ich, nachdem wir gefrühstückt hatten, mit einem Babytraktor zu einem kleinen, Šilak genannten See, in den Bergen. Mittags gingen Duško und ich dann mit Stefan ins Freibad von Doboj, wo wir den Nachmittag verbrachten. Bevor wir dann wieder fuhren, machten wir einen kleine Tour durch Doboj und aßen Eis.

Abends genehmigte ich mir dann Ćevapčići und es war wirklich sehr lecker und ging dann zu Slaven, wo auch noch eine Freundin von ihm war, die nach Australien auswanderte.

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